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Autor Thema: Resozialisierung eines Vergewaltigers...  (Gelesen 8937 mal)
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YrWyddfa
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« am: 10.09.2014 - 19:13:13 »

... darum dreht sich heute abend ab 20:15 Uhr ein vielversprechender Spielfilm. Wer also noch kein Abendprogramm hat, kann den Film mit mir hier gern noch mal im Nachgang thematisch durchkauen Smiley
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YrWyddfa
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« Antwort #1 am: 10.09.2014 - 22:57:01 »

Das war ein enorm schweres Thema. .. puuuh.
Ein Sexualstraftäter wird aus der Verwahrung entlassen und wird von seinem Bruder für 6 Wochen aufgenommen. Danach kommt der Bruder in eine therapeutische Anstalt. Der Bruder aber sieht sich und seine junge Familie plötzlich immer mehr Anfeindungen der Dorfbewohner ausgesetzt. Demonstrationen, Gemeinderatssitzungen, Warnschilder. Die Brüder werden beide zusammengeschlagen, das Autohaus des Bruders wird boykottiert und die Autos mit "Kauft nicht bei einem Monster" beschmiert.
Für die, die den Film noch sehen wollen, werde ich nicht weiter verraten, wie der Film das alles bewertet und wie er ausgeht. Er ist aber alles in allem sehr ausgewogen gezeichnet.

Der Kern des Films lässt sich auf eine zentrale Frage zurück führen, die ich gern mit Euch besprechen möchte:
"Hat ein Mensch, der sich gegen die Gesellschaft(lichen Werte) gestellt hat, eine zweite Chance verdient?
Wie steht ihr dazu? Wie stehen wir als Religion dazu?
Für mich ist es schwer, hier ein Urteil zu fällen...
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crann neart
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« Antwort #2 am: 11.09.2014 - 10:14:25 »

jeder hat eine zweite chance verdient. nur leider geben die statistiken her, dass die meisten diese nicht nutzen.
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Du gleichst dem Geist, den Du begreifst.
Arianca
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« Antwort #3 am: 11.09.2014 - 12:27:10 »

Ich habe den Film bewusst nicht gesehen.
Was die zweite Chance betrifft....ich würde jedem eine zweite Chance geben, wer seine Taten wahrhaftig bereut und bereit ist, dafür einzustehen, sprich wer bereit ist, auch eine Entschuldigung auszusprechen.
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Tara
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« Antwort #4 am: 11.09.2014 - 20:09:03 »

Beim Lesen kommt es mir sehr bekannt vor. War es eine Wiederholung?

Jeder hat eine zweite Chance verdient. Aber wenn ich ehrlich bin muss ich sagen ein solcher Täter soll seine zweite Chance bitte nicht in meiner Nachbarschaft antreten.
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YrWyddfa
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« Antwort #5 am: 11.09.2014 - 23:43:46 »

Es ist die Verfilmung eines wahren Falles. Damals hatten vor allem RTL und die BILD eine regelrechte Hetzkampagne ausgerufen. Damals ist (unter anderem) die Beziehung des unbescholtenen Bruders komplett daran zerbrochen. Er wurde geächtet für etwas, das er nie getan hatte...

In den USA gibt es eine Kleinstadt, in der Sträflinge nach ihrer Haft hingeschickt werden, um dort zu leben. Ist eine komplette Ausgrenzung moralisch denn vertretbar?
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Lacha
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« Antwort #6 am: 12.09.2014 - 08:32:30 »

Ist es denn eine Ausgrenzung oder die Chance dort zu leben, wo man nicht weiter vorverurteilt wird?
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YrWyddfa
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« Antwort #7 am: 12.09.2014 - 13:36:42 »

Es ist beides. Das macht eine moralische Beurteilung schwer.  Und die Frage, ob man nicht auch da vorverurteilt wird, ist in meinen Augen hier auch nicht beantwortet.

Ich glaube, ich kann so langsam den Finger darauf legen, was mich bei der Sache so massiv stört.
Es findet kein Dialog statt. Niemand ist bereit zuzuhören und niemand hat auch nur versucht, such ein Bild des Menschen zu machen. Hier frage ich mich: wegsehen ist ja bekannt und in vielen Dingen moralisch mehr als fragwürdig. Aber ist ein wegsehen mit aktiver Ausgrenzung bis hin zur Körperverletzung nicht noch viel schlimmer?
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Scéal Cleite
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« Antwort #8 am: 13.09.2014 - 02:10:14 »

Was ist mit den ehemaligen Opfern? Dadurch, dass wir Täter zu Opfern machen, fehlt manchem die Gerechtigkeit.
Ich verstehe, das Familie zueinander steht, doch ich würde mir mehr Hilfe für die wahren Opfer wünschen.
Ich verwerfe zudem die Selbstjustiz einiger weniger, meist schlecht informierter!
Doch gibt es nunmal keine Chance für den ersten Eindruck und wenn dieser schlecht war, bedarf es harter Arbeit! Darum zweite Chance ja aber erarbeitet und nicht geschenkt und unter béstimmten Bedingungen.
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Lacha
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« Antwort #9 am: 13.09.2014 - 09:49:47 »

Wir reden ja jetzt nicht über die Strafe die sie vorher absitzen mussten.

Bis zu welchem Punkt bleibt ein Täter denn ein Täter?
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« Antwort #10 am: 13.09.2014 - 15:29:47 »

 Die Ente  Und schon wieder reden wir über den Täter - unsere Gesellschaft sollte vielmehr den Opfern helfen! So werden sie vielleicht erst garnicht zu Tätern 
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YrWyddfa
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« Antwort #11 am: 14.09.2014 - 21:07:29 »

Ja, wir reden über die Täter, weil ich das so auch thematisiert habe. Du hast vollkommen recht:
a) Diese Menschen haben etwas schlimmes getan
b) Menschen haben darunter gelitten

zu a) Dafür ist das Strafmaß da. und da sticht Svens Frage natürlich. Kann der Täter seine Schuld abbezahlen (ein kleiner Seitenhieb auf unseren letzten Chatabend)? Und wenn ja wie? Und wenn nein: Warum gibt es dann eine Strafe?
zu b) Hilft es den Menschen, wenn der Täter ein Leben lang weggesperrt bleibt?

Was die Prävention angeht: da bin ich zu hundert Prozent bei Dir, liebes Federchen. Darüber wird in Deutschland leider viel zu wenig nachgedacht. Und wenn ich mir überlege, dass es fast unmöglich ist, einen Therapieplatz zu bekommen, wenn man psychische Probleme hat und es somit den potenziellen Tätern fast unmöglich gemacht wird, vorher die Reißleine zu ziehen, haben wir hier eine enorme Lücke!

Und dennoch, Svens Frage klingt natürlich nach...
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Tara
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« Antwort #12 am: 16.09.2014 - 20:26:46 »

Mit einem Gedanken an den Chat würde ich sagen ein Täter bleibt solange ein Täter, bis er seine Tat wirklich eingesehen und sich tatsächlich geändert hat. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Verbüßung der gerichtlichen Strafe den Täter nicht automatisch freispricht von seiner Tat. Wenn man dann davon ausgeht, dass viele sexuelle Straftaten auf psychische Krankheiten zurückzuführen sind, steht es um die Einsicht nicht besonders gut. Dazu wäre im Falle einer mittleren bis schweren psychischen Erkrankung auf jeden Fall psychologische (und pädagogische) Hilfe vonnöten.
Aber wer soll das bezahlen? Nur wegsperren kommt doch günstiger. 
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YrWyddfa
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« Antwort #13 am: 17.09.2014 - 08:06:28 »

Wo wir auch schon wieder bei dem Gedanken der Prävention sindm schöner Schulterschluss.
Fehlt es diesen kranken Menschen tatsächlich an mangelnder Einsicht? Bei einigen sicherlich. Aber es gibt doch auch viele, die es bereuen, was sie getan haben, und können dennoch nicht aus ihrer Haut. Was ist mit diesen Menschen?
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Tara
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« Antwort #14 am: 17.09.2014 - 10:28:34 »

Prävention heißt da auch und vor allem Hilfe für Familien. Denn psychische Erkrankungen entstehen (unter anderem) im Kindes - und Jugendalter.
Menschen, die einsichtig sind und trotzdem nicht aus ihrer Haut können, sollten selbst zu der Erkenntnis gelangen, dass sie eine Gefahr für sich selbst und die Gesellschaft sind. Also doch wegsperren?
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Lacha
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Re:
« Antwort #15 am: 17.09.2014 - 10:59:47 »

Was wenn jemand trotz ständigem Scheitern konsequent versucht dagegen anzukämpfen? Löblicher Versuch, der sich für eine Gesellschaft als fatal herausstellen kann.
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YrWyddfa
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« Antwort #16 am: 21.09.2014 - 13:21:09 »

Die Selbsterkenntnis und das freiwillige "Fernhalten" halte ich auch für eine optimale Lösung. Insofern würde ich das hier gar nicht mal als "Wegsperren" sehen. Leider ist aber so, dass nur ein Bruchteil der Täter ein Angebot bekommen, dass sie weiter daran arbeiten können.

Wisst ihr, ich weiß, wie es ist, sich solchen psychischen Herausforderungen zu stellen. Ich weiß auch, dass viele dieser Menschen versuche, ihre Erkrankung in den Griff zu bekommen. Aber wenn über einen einbricht, dann kann man da wenig gegen machen. Vielleicht ist es ein wenig vergleichbar mit einem harmloseren Putzzwang oder einer Phobie. Es lässt sich eben nicht ohne weiteres steuern.

Keine Frage: an die Opfer ist zu denken, und sie zu schützen ist eine ganz wichtige Aufgabe. Nur leider sehe ich immer wieder, dass die Täter, die, insbesondere, wenn eine psychische Erkrankung zugrunde liegt, auch Opfer sind. Ein Depressiver, der sich umbringt, hinterlässt auch Opfer - die, die ihn dann finden.

Wie gesagt: Ich möchte die Taten nicht verharmlosen, ganz im Gegenteil. Aber ich sehe es in diesem Falle ganz ähnlich wie Cosan: Es muss alles dafür getan werden, dass solche Erkrankungen gar nicht erst entstehen oder so früh erkannt werden können, dass man sie noch rechtzeitig behandeln kann.

Denn, und da teile ich Deine Enschätzung nicht, Cosan: Ich glaube, das Wegsperren mit Sicherheitsverwarung, Personal, Verpflegung etc. pp. ist nicht billiger wie eine frühzeitige und effektive Therapie...

So, und nun dürft ihr mich hauen Wink
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Tara
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« Antwort #17 am: 23.09.2014 - 19:34:40 »

Habe ich das gesagt? Ich hatte vor die öffentliche Meinung darzustellen und da haben Therapien, und dann auch noch für Verbrecher, keinen besonders guten Ruf. Und bei der Erwähnung der "schlechten Kindheit" rollen sowieso die meisten nur noch mit den Augen.
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YrWyddfa
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« Antwort #18 am: 24.09.2014 - 08:48:48 »

Ja, da hast Du natürlich vollkommen recht. Angesehen ist das in der Gesellschaft nicht. Einmal Täter, immer Täter. So lautet das Urteil. Spannend ist hier vielleicht auch ein Blick in die Vergangenheit.. Wenn ich es recht im Kopf habe, war bei den Kelten die schlimmste Bestrafung nicht etwa die Todesstrafe, sondern die Verbannung, also der Ausschluss von der Gesellschaft/Gemeinschaft (allerdings kann ich das gerade nicht belegen, da müsste ich selbst noch mal schauen). Eine Strafe, die ja auch viel später noch angewendet wurde: Der Pranger. Wer wollte mit so einer Person denn dann noch was zu tun haben?
Wie auch immer, diese Strafen waren lebenslänglich,  und so gab es dieses Dilemma nicht. Ich war immer froh, dass wir diese Zeiten hinter uns gelassen haben,  aber ich befürchte fast, dass dem noch nicht so ist.

Die schlechte Kindheit ist leider viel zu oft als Entschuldigung verwendet worden. Sie ist recht abgenutzt. Und allein mit einer schlechten Kindheit lässt sich das aich nicht erklären, da bin ich mir sicher. Aber dennoch: wegsperren wird das Problem nicht lösen, sondern es nur verlagern. Es ist das Abschneiden der Blüten, während die unliebsame Pflanze unangetastet bleibt.
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